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Zypern - Reisebericht
Zypern - Insel der Aphrodite
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PDF - DokumentLandesinfos und Geschichte Zyperns als PDF-File

Landesinfos, auf die schnelle zur Geschichte
  • Fläche:
    9251km², davon 37% durch türkische Truppen besetzt, sowie 3% UN-Pufferzone, Zypern ist damit nach Sizilien und Sardinien die drittgrößte Mittelmeerinsel.
  • Bevölkerung:
    760 000, davon ca. 88% griechische Zyprer, 82 Einwohner / km².
  • Lage:
    Im östlichen Mittelmeer bei 32°20' bis 34°30' östlicher Länge, 35°40' bis 34°40' nördlicher Breite, Entfernungen: bis zur Türkei im Norden ca. 70km, nach Syrien im Osten 100km, Libanon etwa 130km, nach Ägypten sind es ungefähr 380km und die Entfernung zum griechischen Mutterland im Westen (Kreta) beträgt etwa 560km.
  • Hauptstadt:
    Lefkosía (türkisch Lefkoşa, international Nicosia), insgesamt 230 000 Einwohner.
  • Sprachen:
    Griechisch im Süden, Türkisch im Norden, die übliche Verkehrssprache ist Englisch.
  • Religion / Kirche:
    Im Süden überwiegend griechisch - orthodoxe Christen (73%), im Norden sunnitische Moslems (22%, jeweils an der Gesamtbevölkerung), außerdem Maroniten und Armenier als kleine Minderheiten.
  • Währung:
    Im Süden Zypriotisches Pfund (CYP), mitunter auch Lira genannt, Wechselkurs 1 CYP = 1,75€ (Stand Mai 2003). Die Währung im Norden ist die Türkische Lira, aufgrund der hohen Inflationsrate erübrigt sich eine Wechselkursangabe, Euro oder das Zypriotische Pfund werden aber auch im Norden gerne genommen.
  • Zeit:
    Osteuropäische Zeit (OEZ = MEZ + 1h, GMT + 2h), die Sommerzeitregelung entspricht der der Europäischen Union.
  • Staatsform:
    Parlamentarische Demokratie mit einer Kammer, der Einfluss der Regierung der Republik Zypern erstreckt sich jedoch faktisch nur auf den griechischen Süden.

Geschichte, im Zeitraffer zu den Landesinfos
  • Um 8500 v. Chr.:
    Vermutlich erste Besiedlung durch Einwanderer aus Syrien sowie Mesopotamien (siehe Choirokoitía).
  • Etwa 2000 - 1000 v. Chr.:
    Durch die Entdeckung der Kupfergewinnung wird Zypern zu einem wichtigen Kupferexporteur. So steht auch der griechische Name Kypros (Κύπρος) mit dem Wort Kupfer (lat. cyprium, cuprum) im Zusammenhang, ob jedoch das Metall der Insel seinen Namen gab, oder umgekehrt, scheint unklar.
  • 1000 - 330 v. Chr.:
    Auch in der Epoche der sogenannten Stadtkönigtümer war Zypern selten wirklich unabhängig, vielmehr waren die Stadtkönigtümer nacheinander den Assyrern, Ägyptern und Persern tributpflichtig. Wie viele Stadtkönigtümer es genau gab, ist unbekannt, vermutlich zehn bis elf, die bekanntesten sind Sálamis (im Norden), Kítion (zwischen dem heutigen Larnaca und Kíti) sowie Alt-Paphos.
  • 330 - 58 v. Chr.:
    Unter der Herrschaft der Ptolemäer (siehe Königsgräber) entwickelt sich ein hellenistisch geprägter Baustil und Griechisch setzt sich als Umgangssprache durch.
  • 58 v. Chr. - 395 n. Chr.:
    Als Dank für die militärische Unterstützung der Ptolemäer im östlichen Mittelmeer bekommt das Römische Reich Zypern zugesprochen. Zu den zahlreichen römischen Statthaltern gehörte in den Jahren 51/50 v. Chr. Cicero. Etwa 95 Jahre später beginnt die Christianisierung Zyperns.
  • 395 - 1191 n. Chr.:
    Mit der Teilung des Römischen Reiches fällt Zypern an das Oströmische Reich, also Byzanz. Ab dem 7. Jhr. überfallen immer wieder Araber die Insel und verlangen, wie auch Byzanz, immense Tributzahlungen und Steuern, erst 965 bekommt das byzantinische Reich wieder die Oberhand auf Zypern. 1191 erobert Richard Löwenherz auf dem dritten Kreuzzug Zypern und verkauft es an den Templerorden.
  • 1192 - 1489:
    Nach nur neun Monaten veräußern diese die Insel wiederum an die Lusignans, ein französisches Adelsgeschlecht aus Poitou. Die römisch-katholische löst die griechisch-orthodoxe Konfession als Staatsreligion ab. Als wichtige Drehscheibe im Ost-Westhandel gerät Zypern auch in den Konflikt zwischen den großen Handelsmächten Genua und Venedig.
  • 1489 - 1571:
    Die Republik Venedig übernimmt durch Heirat Zypern für 82 Jahre.
  • 1571 - 1878:
    Die von den Venezianern ausgebeutete Bevölkerung ruft 1570 die Türken zu Hilfe, diese übernehmen ab 1573 die Kontrolle über die Insel. Die orthodoxe Kirche erhält unter den Osmanen mehr Autonomie als sie zuvor unter der Herrschaft der Franken und Venezianer besaß! Das bis dahin friedliche Nebeneinander beider Bevölkerungsgruppen endete erst 1821, als der türkische Statthalter den Erzbischof sowie einige Anhänger hinrichten ließ. Er wollte damit ein Überschwappen des griechischen Nationalismus und des Befreiungskampfes vom griechischen Festland auf die Insel verhindern. Auf dieses Datum geht das bis heute aktuelle Zypernproblem zurück. 1878 wird Zypern erneut als Dank für Militärhilfe an einen neuen Machthaber abgegeben und wird Teil des Britischen Empires. Ende des Jahrhunderts werden erste Stimmen nach einer Vereinigung mit dem griechischen Mutterland laut (Énosis, Ενωση -εις).
  • 1878 - 1960:
    Nach ersten gewaltsamen Aktionen 1931, begann 1955 der bewaffnete Kampf der EOKA (Ethniki Organosis Kiprion Agoniston - Nationale Organisation der zypriotischen Kämpfer) sowohl gegen die britischen Kolonialherren als auch gegen die Inseltürken, die natürlich die Vereinigung mit Griechenland verhindern wollten. Wegen der Unterstützung der Terrororganisation wird der Erzbischof Makários III. 1956 für ein Jahr auf die Seychellen verbannt.
  • seit 1960:
    Nachdem die Insel ihre strategische Bedeutung verloren hatte, wird Zypern am 16. August unabhängig. Leider gelang es nicht, beide Volksgruppen als eine Nation in die Unabhängigkeit zu entlassen, sondern es wird streng nach Griechen und Türken getrennt, die Anteile in Regierung und Verwaltung wurden prozentual exakt festlegt, wobei der türkische Anteil gemessen an der Gesamtbevölkerung überproportional groß war. Dieses Missverhältnis, sowie das Festhalten der griechischen Zyprioten an der Enosis, führte 1963 zu erneuten Kämpfen und veranlasste die UNO im März 1964 eine Friedenstruppe auf Zypern zu stationieren (Resolution 186, UNFICYP). Bereits vor 1964 und erst recht danach kommt es zu einer strikten Trennung der Bevölkerungsgruppe, die türkische Minderheit zieht sich in eigene Viertel in den Städten und Enklaven auf dem Land zurück. Nach der Machtübernahme der Militärjunta in Griechenland 1967 ebbt der Wunsch der griechischen Zyprioten nach der Vereinigung mit Griechenland ab. Auch Staatspräsident und Erzbischof Makários III vertritt nicht mehr den Wunsch nach der Énosis und übt außerdem unverhohlen Kritik an der Junta in Athen. Was schließlich nach zwei gescheiterten Attentatsversuche auf Makários, 1974 zum Putsch gegen ihn führt, der Erzbischof flieht ins Ausland. Fünf Tage nach dem Putsch reagiert die Türkei, neben Griechenland und Großbritannien die dritte Schutzmacht Zyperns, mit der Invasion. Der Putsch scheitert, die Türkei zieht ihre Truppen jedoch nie wieder ab, noch heute sind 30 000 türkische Soldaten auf der Insel stationiert. Am 15. November 1983 wird völkerrechtswidrig die 'Türkische Republik Nordzypern' ausgerufen, diese wird international jedoch nur von der Türkei anerkannt.
  • April 2003:
    Es kommt zu ersten Einreiseerleichterungen an der bis dahin undurchlässigen Demarkationslinie. Viele griechische Zyprioten besuchen nach 30 Jahren erstmals ihre ehemaligen Häuser und Wohnorte wieder.
  • 24. April 2004:
    Im Vorfeld des EU – Beitritts Zyperns stimmen die Bevölkerungsgruppen getrennt über einen von dem UN – Diplomaten Alvaro de Soto ausgearbeiteten Plan zur Wiedervereinigung ab. Der Plan sieht einen lockeren Bund der beiden Bevölkerungsgruppen nach Schweizer Vorbild vor, beinhaltet jedoch keine Garantie für einen Abzug der türkischen Soldaten. Die griechischen Zyprer lehnen den Plan mit 76% ab, die Inseltürken, die sich von der Wiedervereinigung einen wirtschaftlichen Aufschwung erhofften, stimmen dagegen mit 65% zu. Insgesamt ist der Plan damit gescheitert. Vermutlich wird es langfristig zu einer internationalen Anerkennung der Republik Nordzypern und damit zu einer Zementierung des Status quo kommen, die ursprüngliche Absicht des Plans dürfte sich dadurch ins Gegenteil verkehrt haben.
  • 01. Mai 2004:
    Zypern wird, neben neun weiteren Staaten, Mitglied der Europäischen Union. Aufgrund der gescheiterten Abstimmung zur Wiedervereinigung wird EU - Recht jedoch nur im Südteil der Insel gelten.

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